Denkwerkstatt St. Lambrecht: “Anforderungen junger Menschen an ein Modell sozialer Sicherheit” Dr. Julia Enzelsberger

Im Rahmen der Denkwerkstatt St. Lambrecht 2014 “Niedrige Zinsen und hohe Abgaben – Fiasko für die soziale Sicherheit”, hielt Dr. Julia Enzelsberger den Vortrag: “Anforderungen junger Menschen an ein Modell sozialer Sicherheit”

IMPULS – Anforderungen junger Menschen an ein System der sozialen Sicherheit_final

Lambrechter Denkräume: „Zukunftssicherung und Altersvorsorge – Sozialpolitische Perspektiven“

Am 19. März 2014 fanden in den Räumlichkeiten der Industriellenvereinigung die Lambrechter Denkräume zum Thema „Zukunftssicherung und Altersvorsorge  –  Sozialpolitische Perspektiven” statt. Unter der Moderation von Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mazal diskutiertern Dr. Helwig Aubauer, Industriellenvereinigung und Dr. Josef Wöss, AK Wien.Zukunftssicherung Aubauer Pensionen Woess

Kommunaler und regionaler Wandel – Herausforderung für Lebensentwürfe und Institutionen

Mag. Dietmar Blesky, MBA (Unternehmensgründer, Senioconomy® – Die Demographie-Berater)

Der demographische Wandel – Was versteht man darunter?

Der demographische Wandel ist derzeit in aller Munde. Kaum ein Tag vergeht, an dem wir nicht via Zeitungen, TV, Radio oder Internet mit den prophezeiten Problemen dieser Entwicklung konfrontiert werden. Doch was bedeutet eigentlich „Demographischer Wandel“?

Kurz gesagt: Österreichs Bevölkerung wird älter, vielfältiger und entwickelt sich regional höchst unterschiedlich.

„Älter“ bedeutet, dass sich das Durchschnittsalter in Österreich von heute ca. 41,6 auf geschätzte 47,1 Jahre im Jahr 2050 erhöhen wird.

Mit „Vielfältiger“ ist gemeint, dass sich die Bevölkerung zunehmend aus verschiedenen Gruppen zusammensetzen wird. Diese Gruppen beziehen sich beispielsweise auf die Wahl der Lebensform (Familie, Single, Leben in Wohngemeinschaften etc.), die ethnische Herkunft oder den Lebensstil der Menschen.

Der Beginn dieses Wandels der Bevölkerung liegt bereits Jahrzehnte zurück. Warum wir uns aber erst heute damit beschäftigen, hat mit den  Auswirkungen zu tun. Sie finden zeitversetzt statt und werden nun immer deutlicher spürbar.

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Betriebliche Altersvorsorge

Das Wirtschaftsforum der Führungskräfte und die Gesellschaft für Zukunftssicherung und Altersvorsorge – Denkwerkstatt St. Lambrecht, hat sich auch heuer wieder diesem Thema gewidmet. Namhafte Experten sehen in der betrieblichen Pflegevorsorge eine weitere und zusätzliche Möglichkeit die Finanzierung der Altersvorsorge zu entschärfen.

Nach der Begrüßung von Dr. Johannes Martinek und Mag. Wolfgang Hammerer präsentierte Mag. Wolfgang Lehner, Valida Vorsorge Holding dazu eine hochinteressante Modellidee.

Anschließend entwickelte sich dazu eine abwechslungsreiche Diskussion mit vielen Pro und Kontras. Vor allem Dr. Helmuth Ivansits von der Arbeiterkammer Wien und Dr. Dietmar Schuster von der österreichischen Wirtschaftkammer konnten ihr Expertenwissen aus unterschiedlicher Betrachtung deutlich positionieren.

Mit Umsicht und Weitblick moderierte Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mazal, Universität Wien, den Abend. Mit dabei waren u.a. noch: VD Dipl.-Math. Axel Hartleib, Victoria Volksbanken Pensionskasse AG, Mag. Dietmar Sedelmaier, VBV – Vorsorgekasse AG.

Betriebliche Altersvorsorge

Die demografische Entwicklung untermauert den Trend der alternden Gesellschaft. Steigende Lebenserwartung und die sinkenden Geburtenzahlen führen zwangsläufig zu Finanzierungsproblemen im Pensions- und im Pflegesystem.

LAM 18.6.2013 050

Dr. Johannes M. Martinek, Mag. Wolfgang Hammerer (WdF), VD Dipl.-Math. Axel Hartleib, Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mazal, Dr. Helmuth Ivansits, Dr. Dietmar Schuster, Mag. Wolfgang Lehner, Mag. Dietmar Sedelmaier

Ausreichende Berücksichtigung der “unbezahlten Arbeit“ der Eltern anstatt der heutigen Hinterbliebenenpensionen – ein Weg zu angemessenen Eigenpensionen für alle Frauen

Herbert Vonach, geb. 1931,  Physiker, o.Univ.Prof. für experimentelle Physik an der Universität Wien 1974-1992, 1997- 2010 Obmann des Freiheitlichen Familienverbandes Österreichs, in dieser Zeit politisch und wissenschaftlich tätig auf den Gebieten wirtschaftliche Lage der Familien und Bevölkerungsentwicklung in Österreich. Dazu Veroffentlichungen ” Fairer Leistungsausgleich zwischen Familien und Kinderlosen – Grundlage einer geburtenorientierten Familienpolitik”,  “Vergleich der durchschnittlichen  Stundenverdienste von Müttern und kinderlosen Frauen in Österreich”, 

“Ausreichende Berücksichtigung der “unbezahlten Arbeit” der Eltern anstatt der heutigen Hinterbliebenenpensionen – ein weg zu angemessenen Eigenpensionen für alle Frauen”, alles in Zeitschrift Sozialer Fortschritt.    

 

Zusammenfassung:

Es wird gezeigt, dass eine ausreichende Berücksichtigung der vorwiegend von Müttern geleisteten „unbezahlten Familienarbeit“ und damit ausreichende Eigenpensionen für alle Frauen durch eine kostenneutrale Pensionsreform erreicht werden können. Dazu ist es notwendig, einerseits den „Wert“ der Kindererziehungszeiten für die spätere Pensionshöhe so zu erhöhen, dass Kinder im Mittel nicht mehr zu Pensionsverlusten führen, die oft unterschiedliche Beteiligung der Ehepartner an der allgemeinen Hausarbeit durch einen sog. Versorgungsausgleich zu berücksichtigen und auf entbehrliche Hinterbliebenenpensionen zu verzichten. Die Kosten bzw. Einsparungen durch diese Maßnahmen werden berechnet und ein konkretes Modell für eine solche Reform vorgeschlagen.

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Rotraud A. Perner: Der Weg der Schildkröte

Rotraud A. Perner, geb. 1944, promovierte Juristin, zertifizierte Erwachsenenbildnerin (PH Wien) und Psychotherapeutin/ Psychoanalytikerin mit postgradualen Studien Soziologie und evang. Theologie, langjährige Universitätsprofessorin u. a. für Pärvention sowie Sexualtherapie, leitet das Institut für Stressprophylaxe & Salutogenese (ISS) in Kooperation mit der NÖ Landesakademie. Ihr neuestes Buch „Die reuelose Gesellschaft“, Residenzverlag, erscheint am 15. 10. 2013. www.perner.ino, www.salutogenese.or.at.

Warum es so schwer ist, jung denken und alt werden zu vereinbaren

Seit Adam und Eva sich die Frucht vom Baum der Erkenntnis einverleibten ist deutlich geworden, dass Einheit in zwei oder mehr Teile aufgespalten werden kann – ein „diabolisches“ Geschehen, heißt doch diaballein im Altgriechischen auseinander bringen, entzweien, aber auch verleumden, verhasst machen.

In Seminaren zum Abbau von Diskriminierungen wird gerne die Übung eingesetzt, die Gruppe der Teilnehmenden aufzufordern, sich nach persönlichen Eigenschaften zu Subgruppen zu organisieren: nach Geschlecht, Augenfarbe, Haarfarbe, Gewicht, Schuhgröße, Geburtsmonat, Religionsbekenntnis, Herkunft oder auch nach Geburtsjahrgängen … irgendwann steht jede Person plötzlich allein da und spürt, wie sich Exklusion anfühlt.

 Der geheime Lehrplan von Konkurrenz

In der gegenwärtigen Konkurrenzgesellschaft wird Entzweiung gezielt inszeniert: unerfahrene Junge können leichter zu Imitation und Konsum verlockt werden als Angehörige der Eltern- und Großelterngeneration, die noch zum Sparen, das bedeutet auch aufschieben und verzichten können, erzogen wurden.

Aber auch andere Erziehungsziele der Vergangenheit sind obsolet geworden – Unterordnung Unerfahrener unter Erfahrene beispielsweise, und dies zu akzeptieren fällt all denen schwer, die (nur) darauf ihre Selbstachtung gründen.

Worüber definiert sich jemand? Worauf gründet sich seine Identität? Auf Selbsterkenntnis und Selbstbestätigung dort, wo man spürt, zur richtigen Zeit am richtigen Ort das Richtige zu tun? Oder auf den Vergleich mit anderen, die man auf jeden Fall und sei es mit Gewalt übertreffen will.

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